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Grabungsfunde Markt Essenbach

Beitrag vom: 23. Januar 2019

Unter der Vorgabe, die Funde zu restaurieren und wissenschaftlich zu untersuchen, übereignet die Marktgemeinde Essenbach am Dienstag, 22. Januar den bedeutenden Bestand dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg.

Unter der Vorgabe, die Funde zu restaurieren, wissenschaftlich zu untersuchen und zum Teil dem Museum Essenbach wieder zu Verfügung zu stellen, übereignet die Marktgemeinde Essenbach am Dienstag, 22. Januar den bedeutenden Bestand dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg.

 

Im Zuge der Erschließung eines Neubaugebiets in der Marktgemeinde Essenbach im Landkreis Landshut stießen Archäologen auf ein Urnen-Gräberfeld aus der Bronzezeit. Sensationell war vor allem die Entdeckung der Überreste eines sogenannten Wagengrabs. Bei dieser Bestattungsform wurde der Verstorbene mitsamt einem zeremoniellen Wagen beigesetzt, eine Ehre, die damals nur hochrangigen Persönlichkeiten zukam. Unter der Vorgabe, die Funde zu restaurieren, wissenschaftlich zu untersuchen und zum Teil dem Museum Essenbach wieder zu Verfügung zu stellen, übereignet die Marktgemeinde Essenbach den bedeutenden Bestand nun dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. 

 

Das Wagengrab

Das Wagengrab ist die spektakulärste Entdeckung, die bei den archäologischen Grabungen zutage trat. Der Tote war einst mitsamt seinem Wagen und Pferdegeschirr verbrannt und beigesetzt worden, eine Bestattungsform, die nur Angehörigen von gesellschaftlich höchstem Rang vorbehalten war. Diese elitäre Herrschaftsschicht bestimmte das damalige politische, wirtschaftliche und religiöse Leben – und stellte mit Sicherheit auch den Goldhutträger von Ezelsdorf/Buch.

Wagengräber sind äußerst selten, sie kamen in der Urnenfelderzeit erst neu auf. Im Zuge der archäologischen Ausgrabungen konnten Überreste wie die bronzenen Beschläge des Wagens geborgen werden. Außerdem waren dem Verstorbenen ein goldener Fingerring, sein Schwert, ein Rasiermesser, vielerlei persönliche Gegenstände sowie verschiedene Keramikgefäße mit ins Grab gelegt worden. Die Grabkammer zeichnete sich noch als Verfärbung im Boden ab, ein Rechteck mit den Maßen von 2,15 x 1,15 Metern.

 

Die Urnengräber

Dass Verstorbene verbrannt und mit Beigaben beigesetzt wurden, ist typisch für die Urnenfelderzeit. Gängige Grabbeigaben sind beispielsweise Keramikgefäße, aber auch persönliche Gegenstände wie Schmuck oder Waffen. Neben dem Wagengrab wurden noch ca. 35 weitere Gräber – Brandschüttungs- und Urnenbestattungen – sowie Reste einer bronzezeitlichen Besiedlung entdeckt. Die Nekropole mit dem „Fürsten-Grab“ in dessen Mitte datiert ca. in das Jahr 1300 v. Chr.

 

Ausblick

Unter der Vorgabe, die Grabungsfunde zu restaurieren, wissenschaftlich zu untersuchen und zum Teil dem Museum Essenbach wieder zu Verfügung zu stellen, übereignet die Marktgemeinde Essenbach, vertreten durch Bürgermeister Dieter Neubauer, diesen bedeutenden Bestand nun dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. „Der Fund des Wagengrabs ist einzigartig,“ sagte der Bürgermeister des Markt Essenbachs in der Pressekonferenz. „Er stellt für den Markt Essenbach ein Alleinstellungsmerkmal in einer Reihe archäologisch bedeutender Funde in Bayern, wenn nicht sogar bundesweit, dar.“

Nach Abschluss der Untersuchungen werden die Zeugnisse aus dem Wagengrab in der Dauerausstellung des Germanischen Nationalmuseums und des Marktes Essenbach ausgestellt. Sie werden dort das Themengebiet der „Eliten der Bronzezeit“ bereichern und zusammen mit dem Goldhut von Ezelsdorf/Buch und dem Bronzehelm von Thonberg gezeigt werden, einem der ältesten Helme, die bislang nördlich der Alpen gefunden wurden.

Im Gegenzug wird das Germanische Nationalmuseum der Marktgemeinde Essenbach die wissenschaftlichen Untersuchungsergebnisse und ausgewählte restaurierte Objekte aus den Gräbern als Dauerleihgabe für das Archäologische Museum Essenbach zur Verfügung stellen.