
Aus der Geschichte von Essenbach
Im Isartal, in einer fruchtbaren Ebene (ca. 4 km breit), liegt der Ort Essenbach. Er wird von der B15 (Regensburg – Rosenheim), der Staatsstraße (nach Straubing), der Kreisstraße (Ahrain – Mirskofen) durchquert. Ebenso führte eine alte Römerstraße, die Salzstraße von Regensburg über Salzburg zum Mondsee, über den Wolfgangsberg durch den Ort, was durch die bei archäologischen Ausgrabungen aufgefundenen römischenMünzen belegt wird. Eine Urkunde aus dem Jahre 831 besagt erstmals, daß Abt Hitto (Abt zu Mondsee) dem Abtbischof Baturich von St. Emmeran für die Domkirche zu Regensburg seinen Besitz zu Heseinbach (Heseinpack) schenkte.
Ezinpah wird der Ort bei seiner urkundlichen Erwähnung im Jahre 928 genannt, was auf Viehweiden (= Etzen) am Bach hinweisen könnte. Gemäß dieser Urkunde wurde ein Besitztum „ad Ezinpah“ des Edlen Rafolt an den Erzbischof Odalbert von Salzburg verschenkt. Die Urkunden lassen auf ein älteres Königsgut schließen, das zusammen mit Ergolding und Altheim einen größeren Umfang gehabt haben könnte. Im 11. Jahrhundert sind Beziehungen zu Regensburg durch die Schenkung einer Hube in Essenbach an St. Emmeran nachweisbar.
1135–1258 ist von einem Wittemunt bzw. Otto de Eßenpac die Rede. 1263–1297 erscheint Friedrich der Perge bzw. 1316–1321 sein Sohn Conrad der Perge als Herr des Dorfes. Ein anderes edles Herrschergeschlecht waren 1323 Wolker der Ramstorfer, Niklas und Heinrich von Essenbach sowie 1375 Wolfher der Ziegelhäuser, sein Haus war das erste Ziegelhaus in der Gegend. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts wird erstmals von einer Hochstiftisch Regensburgischen Hofmark Essenbach mit einem Amthof berichtet, die durch den Vogt Graf Albert von Moosburg verwaltet wurde. In den folgenden Jahren ist Essenbach von verschiedenen Hofmarksinhabern belegt, u. a. 1299 von Berchtold Aertelchover, worauf heute noch der Ortsname Artlkofen hinweist.
1386 erwarben die Wittelsbacher aus Landshut vom Hochstift Regensburg das Dorf. Zahlreich sind Nachrichten über spätere Verkäufe. Sicher ist jedenfalls, dass die Hofmark bis weit ins 17. Jahrhundert dem Kasten Landshut unterstand. Beim Schwedenkrieg verweilten auch die Schweden in Essenbach. Davon zeugen schwedische Münzen, die hier gefunden wurden. Napoleon Bonaparte hat in der Taverne (Gasthaus Wimmer) gerastet und am großen runden Steintisch im Hausflur eine Landkarte ausgebreitet. Diese Tischplatte ist heute noch aufbewahrt und trägt den Namen „Napoleontisch“. Die späteren Ansiedlungen gaben der mittelbäuerlichen Hubeneinteilung (Haufendorf) den Vorzug, nach marktähnlichem Plan.
Überliefert sind auch verschiedene Berichte über den Umfang der damaligen „Gerichtsholde“, die im Jahr 1825 z. B. für Essenbach 119 Familien, 2 für Westen und 1 für St. Wolfgang verzeichneten.
Nach archäologischen Funden ist die Siedlungstätigkeit in Essenbach bis zur Jungsteinzeit (etwa 5.700 v. Chr.) nachvollziehbar.
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Kurzfassung einer Chronik der früheren Gemeinde Oberwattenbach
Der Fund eines jungsteinzeitlichen Steinbeiles, eineSiedlungsstelle aus der Urnenfelderzeit und zwei erhaltene keltische Grabhügel weisen auch das Gebiet um Wattenbach als ein jahrtausende altes Siedlungsgebiet aus.
1130 erwarb das Hochstift Regensburg den Ort Wattenpach. Bischof Konrad erkaufte es von Chuno, dem Grafen von Meglinen.
1139 besaß hier das Kloster Mallersdorf einen Weinberg.
1292 wird ein Pfleger des Spitals in Landshut „von Wattenpach“erwähnt.
Den Dörflern wurde beiderseits der Dorfstraße Hofstätte um Hofstätte angewiesen.
In „Oberwatenbach“ wird 1230 und 1330 je ein Hoferwähnt, 1377 und 1439 ein Greselbeckhof, 2 Weingärten und ein Mochleinshof. 1508 war ein Nikolaus von Magenreiter von Teising Besitzer des Kröningerhofes.
1330 besteht in „Niederwattnbach“ eine Hub, Tafern, Hofstatt und Perhtolzhof bei der Chirchen.
1377 und 1439 eine Ewerhartshub, Tafern, Smidin hofstatt, Pückelmairhof und Heinrichshof b. d. Kirche. Die Kirchen beider Orte weisen romanische Stilmerkmale auf. Das Patrozinium Sankt Martin weist Oberwattenbach als die ältere aus.
Der Martinstag wurde früher besonders festlich mit Pferderitt begangen. Die Unterwattenbacher Kirche wurde 1585 neugotisch umgestaltet, sie ist dem WaldbruderSt. Ägidius geweiht, dem Nothelfer der Waldbauern undJägerpatron.
In den Steuerbüchern des Gerichtes Rottenburg, AmtErgolding, von 1752 sind in der Obmannschaft Unterwattenbach(Gde. Essenbach!) 19 Anwesen verzeichnet.
Von den aufgeführten Hofnamen haben sich bis heuteBergbauer und Harg (Häring) erhalten. Besitzungen hatten damals u. a. Kasten Landshut, St. Jobst (Jodok) Landshut, Kirche Unterwattenbach, Kirche Oberwattenbach, Kloster Seligenthal, Reichsherrschaft Altfraunhofen und Hofmark Neufahrn.
Ebenfalls 19 Anwesen sind von der Obmannschaft Oberwattenbach übermittelt. Auch bestehen die Hofnamen Hilz, Hanslbauer, Krönninger, Weber (Peter) und Kellner bis heute. Besitzer waren das Hochstift Regensburg, die v. Harscher Burghausen, Metzgerverein Landshut, Kirche Oberwattenbach, Kirche Ergolding und Probstei Mettenbach.
Im Zuge der Staatsreform von 1808 wurde im wesentlichen die Gemeinde Oberwattenbach gebildet, wie sie bis zum freiwilligen Zusammenschluß mit Essenbach am 30. Juni 1972 Bestand hatte.
Frühester Hinweis auf die Schule in Unterwattenbach ist ein Gesuch des Lehrers Michael Täubler vom 01. Oktober 1866 um Erhöhung seines Jahresgehaltes um 20 Gulden als Gemeindeschreiber.
Um 1960 war das Schulgebäude in einem sehr schlechten baulichen und hygienischen Zustand, so daß die Schulbehörde in Landshut die Schließung der Schuleerwägte und einen Anschluß an Essenbach vorsah. Durch einen Schulstreik erzwangen die Eltern einen Neubau der Schule in Unterwattenbach, die nach den Weihnachtsferien im Jahre 1964 den Betrieb aufnahm.
Im Jahre 1966 wurde ein umfangreiches Flurbereinigungsverfahren eingeleitet, das im Jahre 1974 seinen Abschluß fand.
Der letzte große Akt der Gemeinde Oberwattenbach kurz vor der Eingemeindung war der Beitritt zum Zweckverband zur Wasserversorgung des Kleinen und des Großen Labertales in Mallersdorf. Dieser Beschluß hatte Signalwirkung für die Gemeinden Mettenbach, Postau, Oberköllnbach und Weng.
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Mirskofen
Die ehemalige Gemeinde Mirskofen - vom Herrensitz zur modernen Wohnsiedlung
Altes Siedlungsland ist es, das Isartal mit seinen fruchtbaren Löß- und Lehmterrassen. Schon im 4. vorchristlichen Jahrtausend hatten die Menschen der Jungsteinzeit hier gesiedelt, wie das unweit von Mirskofen gelegene Erdwerk bei Altheim-Holzen, das einer ganzen Kultur seinen Namen gab, eindrucksvoll belegt. 1986 konnte mit Hilfe eines Magnetogramms bei Mirskofen ein Grabenwerk der Hallstattzeit (750?500 v. Chr.) nachgewiesen werden. Nach den Kelten lebten hier auch Römer und Bajuwaren.
Den Namen des Ortes führt man auf Mersinkofen (Hof des Mersino) zurück. Zwischen 1143 und 1147 tritt ein Isinpreht de Mersinchouen als Zeuge auf. Alter Ortsadel ist auch noch im 14. Jahrhundert hier ansässig. Schon vom 13. Jahrhundert an besaß das Kloster Seligenthal namhaften Grund- und Gutsbesitz in Mirskofen und das Hochstift Freising hatte hier Zinspflichtige. Spätestens seit 1300 gehört Mirskofen zum herzoglichen Herrschaftsbereich.
Wohl im 14. Jahrhundert dürfte ein Schlossherr das Bergkirchlein Sankt Salvator für seine Untertanen erbaut haben. Über das Alter der Pfarrkirche Mater dolorosa und der Kirchenstiftung sind die Angaben unsicher, aber sie muss wohl im 15. Jahrhundert als Filialkirche der Pfarrei Altheim entstanden sein. Sicher ist, dass der spätgotische Turm der Kirche aus dieser Zeit stammt. Der jetzige Rokokobau des Langhauses wurde kurz vor 1770 errichtet und erfuhr 1957 einen Anbau. Mit der Erhebung zur Pfarrei wurde im Jahre 1995 aus der ehemaligen Filialkirche die Pfarrkirche Mirskofen.
Wann für einige Güter in Mirskofen die Hofmarksgerechtigkeit erteilt wurde, ist nicht bekannt; aber 1466 und 1490 besaß sie der Landshuter Bürger Wilhelm Neumeyer. Sie umfasste einen Edelsitz, einen Sedlhof, die Taverne, die Schmiede und zwei Sölden. Die Hofmarksfreiheit wurde später auf den Sedlhof beschränkt. Trotzdem maßte sich ein späterer Lehensinhaber, der fürstliche Kämmerer und Regiments-Advokat Dr. Johann Plank, die Jurisdiktion über rottenburgische Untertanen an, erbaute ein Gefängnis mit Stock und Eisen, errichtete auch ohne landesherrliche Erlaubnis 1616 einen Ziegelstadel - der bis ins 19. Jahrhundert hinein betrieben wurde - und war überhaupt ein gewalttätiger Mensch. Er baute aber auch das im Dreißigjährigen Krieg zerstörte mittelalterliche Schloss wieder auf. Rund 200 Jahre später verkaufte Siegfried Freiherr von Guggemoos die "Hofmark Mirskofen", die allerdings bereits 1752 nur noch als "Sitz" geführt wurde, mit aller "Zugehör" - darunter 18 Untertanen - an Benedikt Josef Ritter von Peyrer. Der stiftete für diese Untertanen im Januar 1807 ein Krankenhaus in Mirskofen, das freilich nur 4 Betten nebst der Wohnung der Krankenwärterin enthielt. 1837 nahm Graf Philipp von Deroy das Schloss Mirskofen in Besitz. Da es aber stark verfallen war, ließ er es um 1840 abtragen und neu erbauen. 1915 wurde der Besitz von König Ludwig III. an Graf Josef Erwein von Deroy-Fürstenberg verliehen, der es nach dem 2. Weltkrieg für Flüchtlinge freigab. In den letzten Jahren wurde das Gebäude durch den derzeitigen Besitzer Graf von Deym aus Arnstorf gründlich renoviert. Wer möchte, kann sich heutzutage eine Wohnung im Schloss Mirskofen mieten.
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Ohu
Die ehemalige Gemeinde Ohu, ihre Ortsteile Ohu, Oberahrain und Unterahrain
Die Gemeinde Ohu-Ahrain liegt an einer uralten Straße von Landshut nach Passau zwischen der Isar und dem Moos auf sandig-kiesigem, wenig fruchtbarem Boden. Eine Anzahl von Schwaigen bildete schon in vergangener Zeit eine ca. 6 km lange Kette.
Die erste Erwähnung von Ohu im Jahre 822 entstammt einer Erbschaftsschrift des Abtes Rihpald, der u. a. die Güter in ,,Ahu" an den Vogt Immo von St. Emmeran in Regensburg übergeben hatte.
Im Mittelalter gehörte Ahrain neben Gaden und Holzen zum Schergenamt Altheim. Das Leben war geprägt von der Isar und ihren Überschwemmungen, dem Mühlbach, der den Mühlen Energie lieferte und dem Moos, das den Bewohnern Torf zum Heizen sicherte und den Tieren als Weide diente. Ohu und Ahrain waren lange Zeit eine Ansammlung vereinzelt liegender Gehöfte. 1845 waren es in Ohu 8, in Ahrain und Unterahrain 13. Zu dieser Zeit kam das Gebiet zur Pfarrei Altheim. Die erste größere Veränderung brachte der Bau der Bahnlinie von Landshut nach Landau im Jahre 1882. Er hatte zur Folge, dass die Flächen des Bahnhofs, wie er heute noch steht, und die Flächen der Schule Ahrain aus dem Gemeindegebiet der Gemeinde Essenbach gelöst wurden und der Gemeinde Ohu zugeschlagen wurden. So standen die ersten Eisenbahnreisenden am 15. Mai 1888 am Bahnhof Ahrain auf ,,gemeindeeigenem Grund".
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde in Ohu-Ahrain der erste Gemeindebevollmächtigte gewählt. Nach dem 2. Weltkrieg wurden auf dem Gemeindegebiet zwei Wasserkraftwerke errichtet, die in den Jahren 1949?1952 die größte Baustelle Bayerns darstellten. Diese Baumaßnahme brachte nicht nur den Ausbau der notwendigen Energieversorgung, sondern auch eine lang erwartete Hochwasserregulierung.